Die optimale Gestik beim Vortrag: Was mache ich mit meinen Händen?

Optimale Gestik beim Vortrag - Was machen Sie mit Ihren HändenVielleicht kennen Sie die folgende Situation?

Sie stehen vor Ihren Zuhörern, suchen nach beeindruckenden Sätzen und Ihre Hände … führen ein Eigenleben.

Oft bemerken wir bei einem Vortrag nicht einmal, was unsere Hände überhaupt anstellen. 😉 Haben Sie sich und Ihre Hände einmal bei einem Vortrag oder einem Gespräch beobachtet?

Hier auch als Podcast zum Hören:


Die optimale Gestik beim Vortrag: Was mache ich mit meinen Händen?

Ticks und störende Bewegungen Ihrer Hände bei einem Vortrag nerven Ihr Publikum

Was tun Ihre Hände bei einem Vortrag am liebsten?

  • Vielleicht zerknüllen Sie Ihre Notizen und entfalten Sie dann wieder geräuschvoll?
  • Oder klicken Sie mit dem Kugelschreiber, den Sie als Rettungsanker dabei haben?
  • Haben Sie eine Hand in der Hosentasche und die andere Hand hält das Mikrophon fest?

Gerade diese letzte Variante ist sehr raffiniert, denn so kommen Sie nicht in die Versuchung zu gestikulieren. J

Okay, ich glaube, Sie wissen nun, was Sie NICHT mit Ihren Händen bei einem Vortrag machen sollten.

Die optimale Gestik bei einem Vortrag

Was fangen Sie nun mit Ihren Händen an? Es ist doch ganz einfach:

Immer wenn Sie sich mit den Händen an etwas festhalten, wird es schwieriger zu gestikulieren. Sie können sich also entscheiden, entweder eine Hand freihaben zu wollen  oder beide Hände.

 1.Variante: Mit einer Hand beim Vortrag gestikulieren

Sie haben also eine Hand zum Gestikulieren, die andere Hand hält entweder ein Mikrophon ODER ihre Notizen. Beides geht nicht. Ist klar, gelle. 😉

Mit der freien Hand gestikulieren Sie nun an der passenden Stelle und können sogar noch außerdem die Notizen umblättern. Sehr Praktisch!

 2.Variante: Mit beiden Händen beim Vortrag gestikulieren – synchron oder asynchron

Falls Sie ein Mikrophon brauchen, geht dass natürlich nur mit einem Headset oder einem Ansteck-Mikrophon. Sie legen dann ganz entspannt Ihre Notizen neben sich auf einen Beistell-Tisch.

Keine Angst, Sie wissen sowieso, was darauf steht.  Und falls Sie es vergessen? Kein Problem, zur Not holen Sie sich die Notizen einfach wieder. Dafür reißt Ihnen niemand den Kopf ab, solange Sie es souverän und wie selbstverständlich machen.

 Welche Gesten passen nun zu Ihnen und Ihrem Vortrag?

Beobachten Sie sich einmal bei Gesprächen oder Diskussionen. Da machen Ihre Hände automatische Bewegungen, mit denen Sie Ihre Aussagen unterstützen. Nichts anderes passiert bei einem Vortrag oder einer Rede.

Ihre Gesten unterstützen die Aussagen und den Kern Ihrer Rede.

  1. Machen Sie sich vorher Gedanken, WAS bei Ihrem Vortrag betont werden soll.
  2. Danach überlegen Sie kreativ, welche Geste dazu passt.
  3. Probieren Sie diese Gesten zusammen mit Ihrem Vortrags-Text am besten vor dem Spiegel einmal aus.
  4. Na, wie fühlen sich die Gesten an? Sonderbar? Prima! Alles was neu und ungewohnt ist, fühlt sich sonderbar an.
  5. Üben Sie die Gesten an mehreren Tagen.

Wird Ihnen die Geste sympathischerr? Prima, dann ist es IHRE Geste!  Wie schauen Sie damit im Spiegel aus? Gut? Noch besser!

2 wichtige Aspekte bei Gesten während Ihres Vortrags

Bedenken Sie bitte bei der ganzen Gestikulierung zwei wichtige Aspekte:

Erstens:

Ihre Gesten werden in Höhe Ihres Bauchnabels oder über Ihrem Bauchnabel ausgeführt. Gesten unterhalb des Gürtellinie wirken etwas unseriöus…

Wenn Sie nun also etwas in Kniehöhe zeigen wollen, dann wedeln Sie NICHT aufrecht stehend mit der Hand unten in Höhe Ihres Oberschenkels.

Wieso Oberschenkel und nicht Kniehöhe?  Ganz einfach! Weil ich niemanden kenne, der sich aufrecht stehend an den Knien kratzen kann. 😉

Also nochmals: Wenn Sie etwas in Kniehöhe zeigen wollen, dann gehen Sie bitte auch in die Hocke und führen die Geste dann aus.  Mit etwas Bewegung sehen Sie direkt viel dynamischer aus und schließlich baut Bewegung auch das Lampenfieber ab. Falls Sie Lampenfieber haben.

Zweitens:

Der zweite wichtige Aspekt ist, dass Sie die Spannweite Ihrer Gesten der Größe Ihres Publikums anpassen.

Das heißt, wenn Sie eine raumgreifende Geste machen, also zum Beispiel Ihre Arme weit öffnen und die Handflächen nach oben zeigen, so als wären Sie ein Fernsehprediger aus einem amerikanischen Film,  dann ist das in den meisten Fällen eher unangemessen.

Es sei denn, Sie stehen vor mehreren Hundert Leuten und verkünden eine wichtige Botschaft…

Gesten betonen wichtige Aspekte eines Vortrags

Zum Schluß noch eine Info, die die meisten Vortragenden erfreuen wird:

Gesten sollten sparsam eingesetzt werden.

Das bedeutet, dass Sie nicht ständig mit den Händen herumfuchteln, sondern die Gesten nur dann einsetzen, wenn Sie etwas betonen möchten. Wenn Sie Ihre Hände nicht brauchen, lassen Sie die Arme einfach an der Seite herunterhängen. Ja, ich weiß „einfach“ ist auch hier einfach gesagt. Aber mit etwas Training schaffen Sie es, da bin ich sehr zuversichtlich.

Sie können die Arme auch leicht anwinkeln, so ca. im 95-Grad-Winkel und die Hände in Bauchhöhe locker vor sich halten. Da sind Ihre Hände dann in einer sehr bequemen Start-Position für einhändige oder beidhändige Gesten.

Aber die Hände bitte NICHT vor dem Bauch wie zum Gebet verschränken oder gar verkrampfen! Meine Aussage war LOCKER vor sich halten. 😉

Viel Spaß beim Ausprobieren und viel Erfolg beim stressfreien Reden!

Kommunikationstrainerin Christine Naber-Blaess Gesprächsführung Lampenfieber-AbbauMöchten Sie, dass ich Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehe? Dann schreiben Sie mich einfach an! Hier geht’s zum Kontaktformular!

 

 

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