Lampenfieber und erfolgreiche Moderation – Der eigene Anspruch und die Vorbereitungszeit

Lampenfieber bei einer Moderation eines KonzertesEin Seminar-Teilnehmer berichtete von seiner begleitenden Moderation eines Konzertes, die ihm nach eigener Aussage mißglückte. Er war vorab sehr nervös und diese Aufgeregtheit blieb auch während den einzelnen Auftritten, in denen er die verschiedenen Musikstücke ankündigte, erhalten.

Sein eigenes Urteil über seine Moderation

Er verhaspelte sich beim Sprechen und kam sich „hölzern“ vor. Außerdem bemängelte er, dass er nur selten interessante Formulierungen fand, um dem Publikum das Musikstück und dessen Hintergrund näher zu bringen.

Feedback des Publikums und der eigenen Anspruch

Auf meine Frage, welches Feedback das Publikum gab, berichtete er von „anerkennenden Bemerkungen“, die er jedoch eher in Richtung „war ganz nett“ interpretierte.

Er hatte diese Aufgabe sehr gerne übernommen, war aber mit dem Ergebnis unzufrieden und hatte sich mehr Anerkennung erhofft.

Herausforderung: Konzertmoderation

Eine Konzertmoderation ist durchaus eine Herausforderung, insbesondere, wenn man zusätzlich aktiv als Musiker am Konzert teilnimmt.

Im Gegensatz zu einem längeren Vortrag, bei dem man sich nach einigen Minuten „warmgeredet“ hat, sind es bei der Konzertmoderation immer wieder einzelne, kurze Sequenzen, in denen man das nächste Stück ankündigt, das Publikum informiert und versucht, es neugierig zu machen.

Dann ist die Aufgabe des Moderators zunächst erledigt und das entsprechende Musikstück erklingt. Danach ist wieder der nächste Sprechpart des Moderators gekommen.

Moderator als „schmückendes Beiwerk“

Der Moderator ist hier „nur“ schmückendes Beiwerk, das heißt, das Publikum ist gekommen, um den Musikwerken zu lauschen und nicht, um dem Moderator zuzuhören.

Diese „Nebenrolle“ erleichtert einerseits, denn das Publikum wird eher auf die Musiker und die Ausführung des Stückes achten. Andererseits ist es schwieriger, die Aufmerksamkeit des Publikums immer wieder neu zu gewinnen. Denn auch die Aufmerksamkeit des Publikums befindet sich in solchen Pausen eher am Tiefpunkt, um sich zu erholen und um Kraft zu schöpfen für das nächste Musikstück, dem man konzentriert zuhört.

Sofortige Präsenz und Charisma bei der Moderation

Der Moderator muss sofort präsent sein und charismatisch auftreten. Mit seinem ersten Satz muss er überzeugen und die Aufmerksamkeit des Publikums an sich ziehen. Ihm bleibt keine Zeit, um sich „warmzureden“. In den wenigen Sätzen, mit denen er das Musikstück umschreibt, will er das Publikum fesseln mit der Magie der Musik vertraut machen.

Diese sprachliche Leistung wird bei jeder Anmoderation eines Stückes in gleichbleibender, hoher Qualität erneut erwartet.

Vorbereitung einer Moderation

Natürlich ist es nicht einfach, eine Ferndiagnose über einen vergangenen Redeauftritt zu stellen. Mit meiner „Gretchenfrage“ kam ich jedoch zum entscheidenden Punkt:

„Wie lange haben Sie sich auf diesen Auftritt vorbereitet und wie häufig haben Sie ihn geübt?“

Es stellte sich heraus, dass der Seminar-Teilnehmer wichtige Infos über die einzelnen Musikstücke erst am Vorabend erhielt und dann „auf die Schnelle“ versuchte, sich etwas Interessantes zu jedem Stück auszudenken.

Seine Notizen zu jedem Musikstück waren eine Kombination aus Stichworten, Sätzen und Abkürzungen in der Hoffung, dass ihm bei seinem Auftritt spontan eine interessante Formulierung einfallen würde.

Übung? Fehlanzeige!

Traininert hatte er die einzelnen Moderationen wegen der knappen Zeit so gut wie gar nicht. Auch fehlte ihm im Konzertsaal die Möglichkeit, die Akustik und seine Wirkung im Raum auszuprobieren.

Durchhaltevermögen als Erfolg

Kein Wunder also, dass bei dieser geringen Vorbereitung das Lampenfieber stieg und während des Konzertes nicht abgebaut wurde. Der Moderator wurde quasi jedes Mal wieder „ins kalte Wasser“ geworfen und versuchte das Beste daraus zu machen.

Ich finde, bei solchen Voraussetzungen und dieser Mini-Vorbereitung konnte er mit den Reaktionen der Zuschauer und seinem Durchhaltevermögen mehr als stolz sein.

Wenn keine ordentliche Vorbereitung gemacht wurde, wie will man da „Gold“ erwarten?

 Keine Goldmedaille ohne Übung

Nein, das meine ich nicht ironisch oder abwertend sondern ernsthaft:

Wenn ein ungeübter Redner

  • keine Vorbereitungszeit hat
  • keine Möglichkeit hat, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen
  • sich keinen vernünftigen Stichwortzettel macht
  • den Wortlaut nicht laut üben kann
  • die Raumatmosphäre nicht ausprobieren kann

dann kann er es wirklich feiern, dass sein Lampenfieber nicht ins Unermessliche gestiegen ist und er noch einen Achtungserfolg erzielen konnte.

Sie sehen, Lampenfieber hat viele Ursachen und eine unzureichende Vorbereitung verstärkt das Lampenfieber enorm.

Denken Sie daher bei Ihrer eigenen Moderation, rechtzeitig die benötigten Infos zu bekommen, sich mit dem Thema, dem Text vertraut zu machen, mehrere Sprechproben zu machen und vor Ihrem Auftritt Ihre Wirkung im Raum zu testen.

Viel Erfolg bei Ihrer Moderation!

Kommunikationstrainerin Christine Naber-Blaess Gesprächsführung Lampenfieber-AbbauSie möchten mehr Infos und Tipps erhalten? Dann stöbern Sie gerne in meinem Blog und lesen die anderen Artikel über Vorträge, Lampenfieber und Persönlichkeit.

Vielleicht möchten Sie mir über Ihre Erfahrungen berichten? Gerne!

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